Seeluft, Sturm und Seebrücken – Küstenwinter!

Die Seebrücke in Grömitz wird in buntes Licht getaucht, ein prächtiges Feuerwerk und eine Fackelwanderung lassen die Ostsee regelrecht glitzern. In Scharbeutz hingegen geht eine achtköpfige Gruppe konzentriert und schweigend den Strand entlang: So unterschiedlich sieht die Nebensaison in der Lübecker Bucht aus.

Winter bringt Grömitz reichlich Gäste

Die Zeiten, in denen die Bürgersteige im Winter hochgeklappt wurden, sind weitgehend vorbei. Janina Kononov, die Tourismuschefin von Grömitz, sagt, die Gästezahlen im Januar 2018 hätten 90 Prozent über denen gelegen, die sonst in einem Januar ohne Veranstaltungshöhepunkte üblich waren. Pro Jahr würden 1,6 Millionen Übernachtungen gezählt. Damit gehört Grömitz zu den beliebtesten Ostseeorten Schleswig-Holsteins. „Der Sommer ist sowieso voll, wir konzentrieren uns nun mit viel Power auf die Nebensaison“, sagt Kononov. Um den Bedarf zu decken, entstehen auch neue Unterkünfte. Diese stehen manchmal neben hässlichen Betonbauten aus den 1970er-Jahren. Doch auch diese Häuser sind gefragt. Manche reisen schon seit Kindertagen dorthin. Das nächste große Winterereignis ist am 2. März. Dann lockt ein riesiges Strandfeuer.

Schweigend am Scharbeutzer Strand

Ein Konkurrent von Grömitz liegt in der Lübecker Bucht: Scharbeutz. Die Stadt ist ein Vorbild für viele. Hier wurde aus einem 1970er-Jahre-Kurort ein schickes Seebad mit Dünen, hochwertigem Hotel und ordentlich Action gemacht. Aber im Winter ist der Strand für Hunde, Pferde, deren Halter sowie Spaziergänger freigegeben. Wer mal was ausprobieren will: NDR 90,3 hat einen „Silent Walk“ getestet. 90 Minuten führt Jessica Grapatin ihre Kunden am Strand und im Scharbeutzer Wald entlang. Nur sie darf dabei sprechen. Mit behutsamen Worten sorgt die ausgebildete Trauma-Therapeutin für eine seltsam entspannte, fast meditative Stimmung. Die Wanderungen finden unregelmäßig in Scharbeutz statt, die nächste ist am 17. Februar nebenan in Pelzerhaken und ist für angemeldete Gäste kostenlos.

Eutiner See und Schloss gehören zusammen

Gleich hinter den Ostseeorten, nur eine Viertelstunde Autofahrt von Scharbeutz entfernt, liegt Eutin. 2016 war hier die Landesgartenschau zu Gast. Was blieb ist ein Millionendefizit, aber auch eine nagelneue Promenade und ein umgestalteter Kurpark – nun auch ohne Gartenschau-Ticket frei zu nutzen. Besonderer Tipp: die im Park aufgestellten Hörsäulen mit Geschichten aus der Vergangenheit Eutins. Sie sind auch ohne Smartphone nutzbar, einfach Audio starten und fünf Minuten zuhören. Das Schloss ist natürlich auch ein Anziehungspunkt, es hat ein Café und ist ideal zum Aufwärmen.

21. Februar: Biikebrennen in Nordfriesland

Seit 2000 Jahren ist es an der Nordseeküste Brauch, die Seefahrer zu verabschieden und letztlich auch den Winter zu verjagen, denn nun werden die Tage spürbar länger. Das Biikebrennen war zunächst nur auf den nordfriesischen Inseln und Halligen üblich. Längst hat die Tradition es aber ans Festland geschafft. Kein Wunder: Tausende Touristen wollen das Feuer-Spektakel erleben. Grünkohl gehört immer dazu, auf einigen Inseln auch das Einfärben von Nasen mit Ruß. In diesem Winter ist das Biiken an einem Donnerstagabend, hoffentlich ohne Sturm und Schnee.

Infos zu den Zielen der Sendung

Wer Genaueres zu den Plänen der Kurverwaltungen in der Nebensaison an der Lübecker Bucht, in Eutin und an der Nordsee wissen möchte, kann sich auch ein Faltblatt kostenlos zuschicken lassen: einfach unter Tel 08000 903 903 kostenfrei anrufen.