Schweres Hochwasser an der Ostsee

Das Wasser steigt!

An der Ostsee hat sich ein schweres Hochwasser eingestellt. Der Wasserstand liegt derzeit rund 1,50 Meter über dem Durschnitt. In Lübeck trat die Trave über die Ufer und überflutete Straßen und Plätze im Bereich der südwestlichen Altstadt sowie in Travemünde.

Seit Dienstagabend fegt ein Wintersturm über die Küsten von Nord- und Ostsee. Dadurch wird das Meerwasser gegen die Küsten gedrückt mit der Folge einer anstehenden Sturmflut. Besonders an der Ostsee steigt nun das Wasser. Der Wasserstand liegt (Stand: 14:15 Uhr) in Kiel bei knapp 1,55 Meter über dem Normalniveau. Auch in Neustadt, Timmendorf und Warnemünde ist der Pegel bei rund 1,60 Meter über dem Durchschnitt. Nach dem Sturmflutwarndienst spricht man bei solchen Größenordnungen von einem schweren Hochwasser.

In Lübeck und Flensburg standen Autos unter Wasser, die nicht rechtzeitig weggefahren oder abgeschleppt worden waren. In beiden Städten mussten wie in Kiel überspülte Uferstraßen vorübergehend gesperrt werden, wie die Polizei berichtete. In der Landeshauptstadt wurde die Kiellinie zwischen Staatskanzlei und Marinestützpunkt zeitweise gesperrt. Auch anderswo am Förde-Ufer stand das Wasser vorübergehend sehr hoch.Daher wurde das Technische Hilfswerk (THW) aus dem Ortsverband Lübeck durch die Einsatzleitstelle alamiert. Mit hochwasserfähigen Fahrzeugen transportieren die THW-Kräfte nun mehrere Paletten Sandsäcke in die vom Hochwasser betroffenen Wohnbereiche. Ein Schwerpunkt der Einsatzplanung liegt in der Lübecker Altstadt – dort arbeitet das THW mit der Lübecker Feuerwehr zusammen.

Im Sturm hat ein Frachter auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven bis zu 270 Container in der Nordsee verloren. Mindestens vier enthielten Gefahrgut, sagte ein Sprecher des Cuxhavener Havariekommandos am Mittwoch.
Die Lage bleibt noch angespannt