Mehr als 38.000 Kegelrobben in der Ostsee gezählt – Bestand erholt sich

Noch vor hundert Jahren erhielten Jäger Prämien, wenn sie eine Kegelrobbe erlegten. Heute sind die Tiere streng geschützt, ihr Bestand in der Ostsee steigt seit Jahren.

Kegelrobben sind in der Ostsee zurück. Mit mehr als 38.000 gezählten Tieren ist der Bestand inzwischen wieder etwa halb so groß wie noch im 19. Jahrhundert. Vor allem die Population in der südlichen Ostsee wächst stark – laut der Meeresbiologin Linda Westphal vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund jährlich um rund 20 Prozent. Am Gesamtbestand hat diese Region mit rund 3500 Tieren aber nur einen kleinen Anteil.

Wie viele Kegelrobben in der Ostsee leben, ermitteln Experten per Zählung aus Flugzeugen. Im Oktober habe der Verein Jordsand allein auf der Insel Greifswalder Oie mehr als hundert Kegelrobben gezählt. Im Greifswalder Bodden waren es im Frühjahr 200 bis 300 Tiere. Im Sommer seien dagegen deutlich weniger Robben an den deutschen Ostseeküsten zu finden, sagt Westphal. „Die meisten kommen mit dem kalten Wasser an unsere Küsten.“

Weil Kegelrobben Fisch fressen, wurden sie einst hartnäckig bejagt. Vor hundert Jahren tötete ein Jäger offiziell das letzte Exemplar in Deutschland. „Damals gab es eine Prämie für jede erlegte Robbe, der Unterkiefer musste vorgelegt werden, heute unvorstellbar“, sagt Westphal.

Die größten Raubtiere Deutschlands

Kegelrobben sind die größten, freilebenden Raubtiere Deutschlands. Die Ostsee-Kegelrobbe (Halichoerus grypus balticus) gilt als eigene Kegelrobben-Unterart. In den Achtzigerjahren stand sie mit 2500 Exemplaren kurz vor dem Aussterben. Ein Jagdverbot sorgte dafür, dass sich die Population ostseeweit erholte. Seit 2004 werden die Tiere wieder häufiger gesichtet.