Bakterien in Ostsee: Zahl der Vibrionen-Infektionen steigt auf Neun in MV

Die gesundheitsgefährdenden Vibrionen hatten Anfang August in Mecklenburg-Vorpommern ein erstes Todesopfer gefordert, seit Juni haben die Behörden nun insgesamt neun Erkrankungen registriert. Bei einer Infektion ist schnelles Handeln wichtig.

Rostock. Die Zahl der Vibrionen-Infektionen steigt weiter. Mittlerweile seien neun Erkrankungen gemeldet worden, sagte der Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus), Heiko Will. Seit Mittwoch vergangener Woche sind somit drei weitere Infektionen gemeldet worden, weitere Todesfälle gab es jedoch nicht. Wie bei den früheren Fällen handele es sich bei den Erkrankten auch diesmal um ältere Personen aus den Risikogruppen. Eine Frau starb in diesem Sommer an der Infektion.

Vibrionen sind Bakterien, von denen einige Arten beim Menschen Krankheiten verursachen können. Am bekanntesten dürfte der Erreger der Cholera sein. Die im Salzwasser der Ostsee vorkommenden Keime der Art Vibrio vulnificus vermehren sich sprunghaft bei Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad und können Wunden infizieren. Derzeit ist die Ostsee in MV um die 19 bis 20 Grad warm. Symptome einer Infektion sind demnach Schüttelfrost, Durchfall, Fieber und blasenbildender Hautausschlag. Eine zügige Therapie mit Antibiotika kann den Krankheitsverlauf stark mildern.