Archäologen finden Steinzeitreste in der Ostsee

Dort, wo heute die Ostsee vor sich hin schwappt, haben vor 7.000 Jahren Steinzeitmenschen Haselnüsse geknackt. Die Überreste, nämlich uralte Nussschalen, haben Unterwasserarchäologen jetzt aus der Ostsee geholt.

Einst war vor Strande ein Uferbereich mit Bäumen

Seit Mai gehen sieben Archäologen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen in der Ostsee vor Strande (Kreis Rendsburg-Eckernförde) auf Tauchgang. Auf etwa 50 Quadratmetern suchen sie nach Überresten aus der Steinzeit. Denn früher war hier ein Uferbereich mit Bäumen und Seegraswiesen. Unterstützt werden sie vom Archäologischen Landesmuseum Schleswig-Holstein und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Hirschgeweih in sechs Metern Tiefe

Das Interesse der Archäologen ist groß. „Hier finden wir Dinge, die wir an Land nicht finden würden“, betont Unterwasserarchäologe Johannes Enzmann. Denn in der Ostsee haben sich Dinge, die an Land längst zerfallen wären, über die Jahrtausende konserviert. Nussschalen gehören genauso dazu, wie ein uraltes Hirschgeweih, das Enzmann in etwa sechs Metern Tiefe gefunden hat. Und noch eine weitere Besonderheit bei der Unterwasserarchäologie gibt es: „Das Schöne ist, dass wir unter Wasser einfach schweben können. Wir müssen uns keine großartigen Konstruktionen überlegen, dass wir irgendwelche Schichten nicht selbst zerstören mit unseren Füßen. Wir können einfach locker drüber schweben“, erklärt Enzmann.

Nächstes Jahr geht’s weiter

Unter Wasser saugt Enzmann außerdem mit einer Art Staubsauger Sandschichten ab. An Land wird der Sand später auf kleine archäologische Funde untersucht. Steinbeile, Klingen und Fischwirbel haben die Archäologen schon aus der Ostsee geborgen. Für dieses Jahr sind sie mit ihrer Arbeit erst mal fertig. Im kommenden Jahr suchen sie weiter nach den Spuren aus der Steinzeit in der Ostsee.