Bund und Küstenländer einig über Ausbau der Windkraft in Nord- und Ostsee

Symbolbild

 
 
 

Bis 2030 soll die Windkraft in Nord- und Ostsee eine Leistung von 20 Gigawatt realisieren. Das neue Ziel ist Teil des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Vor allem Niedersachsen nimmt eine wichtige Rolle ein.

Berlin/Hannover. Der Bund und die Küstenländer haben sich über einen Ausbau der Windkraft auf See geeinigt. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte, soll bis zum Jahr 2030 in Nord- und Ostsee eine Kapazität von bis zu 20 Gigawatt Leistung realisiert werden – das bisherige Ziel lag bei 15 Gigawatt. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet. Das neue Ziel ist Teil des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Windkraft auf See spielt eine wichtige Rolle beim Ökostrom-Ausbau.

Die Vereinbarung wurden neben dem Bund und den Küstenländern auch von den Übertragungsnetzbetreibern 50Hertz, Amprion und Tennet getroffen, wie es hieß. Damit solle sichergestellt werden, dass erforderliche Planungs- und Genehmigungsschritte sowie der Bau von Anbindungsleitungen und der Offshore-Windparks Hand in Hand gehen.

Kritik: Fehlende Lösung für kommende Jahre

Niedersachsen spielt dabei eine wichtige Rolle. So sollen von der Nordsee allein acht neue Anbindungsleitungen an die niedersächsische Küste gezogen werden. Das Land soll das Raumordnungsverfahren für die Trassenplanung bis September 2022 abschließen. Das betrifft unter anderem das Küstenmeer um die Insel Norderney.

„Die Offshore-Windenergie hat eine hohe wirtschaftspolitische Bedeutung für Niedersachsen“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) in Hannover. Das Land fordere seit langem einen Ausbau. Was dem Langzeitplan aber fehle, seien Lösungen für die kommenden Jahre, kritisierte er. „Das ist besonders problematisch, da so viel wertvolles Know-how verloren gehen wird.“
Bis Ende des Jahres soll Flächenentwicklungsplan stehen

Außerdem übergehe der Plan die Potenziale einer stärkeren Sektorkoppelung, also einer Verbindung verschiedener Energiespeicher- und Nutzungsmöglichkeiten. Auch auf die Erzeugung von Wasserstoff werde nicht eingegangen, obwohl dies „eine der wesentlichen Schlüsseltechnologien der Zukunft“ sei.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydryographie (BSH) soll der Mitteilung zufolge den Flächenentwicklungsplan bis Ende des Jahres fortschreiben und damit die erforderlichen Flächen für 20 Gigawatt Windenergie auf See ausweisen. Die Küstenländer sollen Genehmigungsverfahren zeitnah abschließen und die Übertragungsnetzbetreiber die Offshore-Anbindungsleitungen rechtzeitig in Betrieb nehmen – damit der Strom aus den künftigen Windparks ohne Leerlauf abtransportiert werden könne.

Der Ausbauplan sei das richtige Signal für die Offshore-Branche, sagte Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Er gebe den Unternehmen eine stabile Perspektive für Investitionen. „Es war höchste Zeit, damit die Beschäftigten wieder mehr Zuversicht für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze bekommen“, sagte Lemb in Frankfurt.