So sollen Wassersportler und Fischer beim Kampf gegen „Geisternetze“ helfen

Professionelle Bergung von Geisternetzen

 
 
 

Unter „Geisternetzen“ werden Fischernetze verstanden, die im Meer treiben, nachdem sie aufgegeben wurden oder bei Sturm verlorengingen. Via App sollen Funde gemeldet werden.

Per Smartphone-App möchte die Umweltschutzorganisation WWF deutsche Wassersportler und Fischer in ihren Kampf gegen sogenannte Geisternetze im Meer einbinden. Sie entwickelte nach eigenen Angaben vom Dienstag eine Anwendung, über die vor allem Sporttaucher Funde melden und zusätzliche Informationen zu bereits gemeldeten Objekten einspeisen sollen.

Die „Geistertaucher“-App funktioniert zunächst für die Ostsee. Die Nordsee soll 2021 folgen. Unter „Geisternetzen“ werden Fischernetze verstanden, die im Meer treiben, nachdem sie aufgegeben wurden oder bei Sturm verlorengingen. Sie stellen laut WWF eine große Gefahr für Meerestiere dar, die sich weiterhin in ihnen verfangen und verenden. Außerdem tragen sie erheblich zur Verschmutzung der weltweiten Ozeane mit Kunststoffen bei.

Professionelle Bergung

Die App richtet sich insbesondere an Sporttaucher, aber auch an Fischer, Segler und andere Wassersportler. Sie sollen die Netze aber lediglich melden oder beschreiben. Die gesammelten Informationen werden von professionellen Bergungstauchern ausgewertet, die gegebenenfalls weitere Maßnahmen einleiten. Netze selbst aus dem Wasser bergen zu wollen, könne lebensgefährlich sein, warnte der WWF.

Die App wurde vom WWF auf der Wassersportmesse boot in Düsseldorf präsentiert und ist bereits für Android-Smartphones im entsprechenden Appstore zu finden. Die Version für iOS-Handys soll in den kommenden Tagen folgen. Sie ist kostenlos. Der WWF kämpft nach eigenen Angaben seit Jahren gegen Geisternetze in der Ostsee, allein im vergangenen Jahr barg die Organisation sieben Tonnen. Die App soll die Ausbeute nun verbessern.