Auf der Ostsee: Hamburger Witwe will Schiffbrüchige retten

Auf Kiel gelegt: das neue Rettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger. Zweite von links: Spenderin Edeltraut Koschubs.

 
 
 

Rostock – Noch ist es nur ein Gerippe aus Stahl. Doch schon im nächsten Jahr soll die „SRB 80“ in See stechen, um Menschen in Not zu retten. Dann auch unter einem schöneren Namen. Am Dienstag wurde das neue Rettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Rostock auf Kiel gelegt.

Der Bau des rund eine Million Euro teuren Rettungsbootes wurde durch die Spende einer wohlhabenden Hamburgerin möglich gemacht: Edeltraut Koschubs hat vor einem Jahr ihren Mann verloren. Ein Verlust, den die 76-Jährige bis heute nicht verwunden hat. Und den sie vielleicht auch niemals verwinden wird.

Ihr Mann Erich war ein leidenschaftlicher Wassersportler. „Er ist mit seinem Boot auf der Ostsee gefahren, es war sein Hobby“, sagt die Witwe. Um sein Andenken in Ehren zu halten, hat sie beschlossen, ein Rettungsboot zu stiften, das wie Erich auf der Ostsee unterwegs sein soll.

Ostsee: Der künftige Name des Bootes ist noch ein Geheimnis

„Bei der DGzRS wird mein Geld gut verwendet. Es hilft mit, Menschenleben zu retten – das ergibt Sinn!“, erklärte die kinderlose Witwe. Ob das Boot auch den Namen ihres Mannes tragen wird? Edeltraut Koschubs darf als Taufpatin des Bootes auch den Namen wählen. Doch bis zur Zeremonie im Herbst 2020 bleibt der Name ein Geheimnis.

Danach soll der zehn Meter lange, 3,6 Meter breite Wasserflitzer auf der Freiwilligen-Station der DGzRs in Travemünde zum Einsatz kommen. Er ersetzt die „Hans Ingwersen“, die dort bisher ihren Dienst tat und künftig als Springer auf wechselnden Stationen an Nord- und Ostsee genutzt werden soll.

Das neue Seenotrettungsboot ist das vorerst letzte von insgesamt 14 von der DGzRS beauftragten Neubauten des gleichen Typs, die ältere Boote ersetzen sollen. Die vollständig aus Aluminium gefertigten Boote sind besonders leicht und wendig und zeichnen sich durch eine hohe Seetüchtigkeit aus.

„Wir sind Edeltraut Koschubs sehr dankbar. Ihre sehr großzügige Schenkung versetzt uns in die Lage, den Neubau vollständig zu finanzieren“, sagt DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler.