DLRG: Keine Badeverbote mehr an der Ostsee

Am Wochenende schlugen vielerorts Wellen gegen die Ostseestrände - die DLRG verhängte mehrfach Badeverbote.

 
 
 

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat das Badeverbot in der Ostsee heute aufgehoben, nachdem es am Wochenende für viele Strände wegen gefährlicher Unterströmungen verhängt worden war. Die See habe sich beruhigt, sagt der DLRG-Wachleiter von Scharbeutz (Kreis Ostholstein), Peter Franz. Allerdings hatten die Retter die Unwetterwarnung am Nachmittag im Blick. Wären Gewitter über den Stränden aufgezogen, hätten sie wieder die roten Flaggen hissen müssen, so Franz. Doch es blieb ruhig an der Küste und so wehen die rot-gelben Fahnen, die bedeuten, dass dort die DLRG-Stationen besetzt sind.

Zwei Männer verunglücken tödlich in der Ostsee

Das gesamte Wochenende hatte die DLRG an vielen Ostseestränden vor dem Baden gewarnt. Zwei Männer kamen ums Leben: Am Sonnabend war ein 43 Jahre alter Kitesurfer in der Ostsee verunglückt. Helfer der DLRG zogen ihn leblos aus dem Wasser vor Neustadt-Pelzerhaken (Kreis Ostholstein). Wie die Rettungsleitstelle Süd mitteilte, kam für ihn jede Hilfe zu spät – er konnte nicht wiederbelebt werden. Ein zweiter Mann, der am Sonnabend in Sütel bei Großenbrode (Kreis Ostholstein) aus der Ostsee geholt wurde, starb später im Krankenhaus. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen 31-Jährigen aus dem Kreis Stormarn, der mit Verwandten zum Baden nach Scharbeutz gefahren war.

Weitere Suchaktion: Verwechslung mit einem Kormoran möglich

Am Sonntagabend gab es einen weiteren Sucheinsatz in Scharbeutz: Passanten meldeten laut DLRG, dass eine Person in die aufgewühlte Ostsee gegangen war, aber nicht wieder herauskam. Wachleiter Franz sagte, die Retter hätten niemanden gefunden. Er vermutet, dass die Passanten einen Kormoran für einen Schwimmer gehalten haben.

Baden besonders für Kinder gefährlich

Starker Ostwind und hohe Wellen machen den Wassersport und das Baden an der Ostseeküste gefährlich. An einigen Ostseestränden wie in Grömitz, Scharbeutz, Timmendorfer Strand, Lübeck Travemünde oder in Bojendorf auf Fehmarn galt deshalb in den vergangenen Tagen ein Badeverbot, wie die DLRG auf ihrer Webseite informierte. Mit Megafonen wiesen die Rettungsschwimmer der DLRG bereits am Sonnabend die Urlauber auf die gefährliche Unterströmung und das Badeverbot hin. „Die Ostsee hat zurzeit eine nicht sichtbare Unterströmung“, warnte auch die Leitstelle Süd auf Twitter. Nach Angaben der DLRG ist diese so stark, dass sie Badegästen die Füße wegreißen kann. Vor allem für Kinder sei das gefährlich. Laut der DLRG halten sich trotzdem viele Menschen nicht an das Badeverbot.

Warum ist auflandiger Wind so gefährlich?

Der Wind weht Richtung Land und verursacht einen starken Seegang und kraftvolle Wellen, die am Strand brechen. Die Wassermengen fließen dann unter den brechenden Wellen zurück ins Meer. „Diese Unterströmung ist von außen nicht unbedingt zu erkennen, kann aber einen Badenden leicht umwerfen und ihn mit großer Kraft ins Meer ziehen“, erklärt Thies Wolfhagen vom DLRG Landesverband Schleswig-Holstein. Dieser Sog ist für Schwimmer deutlich spürbar, man hat kaum eine Chance, sich daraus zu befreien. In solchen Situationen entsteht oft Panik. Betroffene werden hektisch, können die Situation dadurch noch weniger kontrollieren und verlieren schnell an Kraft.