Die Schlei: Der lange Arm der Ostsee

Wundervolle Landschaft: Schlei

 
 
 

Gut 40 Kilometer zieht sich Deutschlands längster Ostseefjord von der Küste ins Binnenland: die Schlei. Zwischen Maasholm am Übergang zur offenen See und Schleswig liegen zahlreiche hübsche Orte, darunter Arnis, mit rund 300 Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands, und das malerische Dorf Sieseby. Bereits im Mittelalter ließen sich die Wikinger in der Siedlung Haithabu an der Schlei nieder. Die weitaus meisten Uferabschnitte sind jedoch unbebaut. Dort reicht die sanft hügelige Landschaft mit Wiesen und Feldern bis ans Wasser.

Die Schlei trennt die schleswigschen Landesteile Angeln im Norden und die Halbinsel Schwansen mit dem bekannten Ostseebad Damp im Süden. Das Wasser des Meeresarmes ist sogenanntes Brackwasser, eine Mischung aus Süß- und Salzwasser, und nur wenige Meter tief. Bevor die Schlei in einer gut vier Kilometer breiten, seenartigen Ausbuchtung bei Schleswig endet, verengt sie sich bei Missunde auf nur gut 100 Meter. Dort bietet sich eine der wenigen Möglichkeiten, den Fjord zu überqueren – per Kettenfähre.

Eine weitere Verbindung zwischen Nord- und Südufer besteht mit der Klappbrücke in Kappeln. Die 210 Meter lange Stahlkonstruktion zieht sich weithin sichtbar über die Schlei und führt vom Stadtzentrum zum gegenüberliegenden Ufer. Einmal stündlich – jeweils 15 Minuten vor der vollen Stunde – wird die Brücke geöffnet, damit Schiffe passieren können. Von Kappeln aus sind es nur noch wenige Kilometer bis zur schmalen Öffnung der Schlei zur Ostsee an der Halbinsel Schleimünde. Dort weist ein Leuchtturm auf einer Mole der Schifffahrt den Weg.

Schleswig: Kunst und archäologische Fundstücke im Schloss

Am westlichen Ende der Schlei lohnt die Stadt Schleswig einen Besuch. Besonders eindrucksvoll sind der alte Dom St. Petri und das Schloss Gottorf. Die einstige Residenz der dänischen Könige beherbergt gleich zwei Museen: das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte sowie das Archäologische Landesmuseum. Sie zeigen unter anderem Meisterwerke der Malerei von der Renaissance bis zur Gegenwart sowie zwei mehr als 1.800 Jahre Moorleichen und ein Boot aus dem 3. Jahrhundert – das sogenannte das Nydamboot. Sehenswert ist auch der Barockgarten der Schlossanlage.

Touren mit dem Fahrrad und Wassersport

Wer die Schlei erkunden möchte, sollte aufs Fahrrad steigen. 15 ausgeschilderte Touren führen meist auf kleinen Wegen durch die Region. Eine charmante und zugleich bequeme Möglichkeit, die Landschaft an der Schlei kennenzulernen, bietet die Angelner Dampfeisenbahn. Der Museumszug fährt im Sommerhalbjahr regelmäßig von Kappeln nach Süderbrarup. Für Wassersportler wie Segler bietet die Schlei gute Bedingungen, im Sommer locken Badestellen. Der fischreiche Fjord ist auch für Angler ein ideales Revier. Im Frühjahr ziehen große Heringsschwärme in die Schlei, die in Kappeln noch heute mit einem traditionellen Heringszaun gefangen werden.