Nord- und Ostsee: An diesen deutschen Stränden ist das Rauchen jetzt verboten


 
 
 

Achtlos weggeworfene Zigarettenkippen am Strand sind kein Kavaliersdelikt. Die Filter gelten als Sondermüll und können bis zu 1000 Liter Wasser verseuchen. Deshalb greifen immer mehr Strände in Deutschland zum Rauchverbot.

Zigarettenkippen in der Umwelt sind ein Ärgernis. Sie machen ein Drittel des unachtsam weggeworfenen Mülls in Deutschland aus. Sogar an den deutschen Ostseestränden sind neun Prozent des Mülls Kippen. Damit soll jetzt Schluss sein. Immer mehr Strände an Nord- und Ostsee führen deshalb Nichtraucherzonen ein.

Eine Zigarettenkippe verseucht 1000 Liter Wasser

Denn die Zigarettenfilter stecken voller Gift. Schließlich halten sie Teile des Nikotins und anderer Abbauprodukte beim Rauchen zurück. Deshalb gelangen pro Kippe zwei bis sechs Milligramm Nikotin, Arsen und Schwermetalle in die Umwelt, wie die Zeitschrift Ökotest ermittelt hat. Kippen sind also Sondermüll. Ein Zigarettenstummel, der durch die Gezeiten ins Meer gelangt, kann bis zu 1000 Liter Wasser verunreinigen.

Eine Strafe fürs Rauchen gibt es nur auf Norderney

Vorbild für das Verbot von Zigaretten ist der Weststrand der Insel Norderney. Dort gilt es seit 2011. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld. Auf Langeoog ist der Sportstrand den Nichtrauchern vorbehalten. Auf der Insel Föhr sind Teile des Strandes von Wyk und von Utersum Zigaretten-frei. Das gilt auch für den Baby-Strand von Butjadingen bei Bremerhaven – aus Sorge, dass Kleinkinder Kippen aus dem Sand klauben und sich in den Mund stecken. Mit einer Strafe müssen Raucher in den gekennzeichneten Abschnitten zwar nicht rechnen, aber der Ärger mit Nichtrauchern ist ihnen gewiss.

An der Ostsee hat Heiligendamm einen Nichtraucherstrand, den jetzt vor allem Familien nutzen. In Rostock gibt es rauchfreie Zonen in Warnemünde und Hohe Düne. Die gibt es auch auf Rügen am Strand von Göhren. Auch hier setzen die Tourismus-Behörden auf das Einsehen der Badegäste und verteilen Strand-Aschenbecher. Um Bußgelder zu verteilen, fehlt dort das Personal.