Beltretter: Wir „ketten“ uns an die Ostsee!


 
 
 

Aus Protest gegen die angekündigte deutsche Genehmigung des Milliarden-Bauprojekts Fehmarnbelt-Tunnel haben sich auf der Insel Fehmarn zum Jahresende in einer Ad-hoc-Aktion dutzende von Beltrettern an die Ostsee „gekettet“.

Karin Neumann, Sprecherin der BELTRETTER: „Hier gibts keine Bäume wie im Hambacher Forst und am Strand auch keine Gleise wie im Wendland, zum Glück aber noch Natur und eine wundervolle Ostsee! Und dieser droht die wohl größte Umweltkatastrophe Deutschlands. Für den geplanten Absenktunnel durch den Fehmarnbelt würde der empfindliche Ostseeboden auf einer Länge von 18 Kilometern tief und breit aufgerissen werden – für ein wirtschaftlich unsinniges Projekt. Ein falsches Zeichen mit Blick auf die ohnehin bedrohte Ostsee, ein falsches Zeichen mit Blick auf den Klimaschutz. Denn der geplante Belttunnel würde inklusive seines Baus Treibhausgas-Emissionen von insgesamt über 2,2 Millionen Tonnen verursachen.“

Trotz dramatischer Planungsmängel, drohender Schäden an Umwelt und Ostsee und der aktuell wankenden Finanzierung des Megaprojekts will die Kieler Landesregierung offenbar in Kürze die Baugenehmigung erteilen. Im Dezember erst hatte das Europäische Gericht die dänischen Staatsgarantien für den Tunnelbau für nichtig erklärt. Damit verteuert er sich nach den bereits erfolgten Kostenexplosionen nicht nur erneut, er würde zum Fass ohne Boden. Karin Neumann: „Der Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark sieht für diesen Fall vor, dass das gesamte Megaprojekt auf den Prüfstand zu stellen ist. Das muss jetzt endlich passieren! Alles andere wäre fahrlässig!“